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Vor den Toren Münchens setzte Kronprinz Ludwig, der spätere König
Ludwig I., mit dem Königsplatz und seinen Bauten dem antiken Griechenland
ein Denkmal. Im "Isar-Athen" sollte die idealisierte antike
Kultur eine neue Heimat finden. Der 1815 dafür gewonnene Architekt
und Philhellene Leo von Klenze schuf einen Platz in der Art eines antiken
Forums, an dessen Nordseite die Glyptothek mit griechischen und römischen
Skulpturen liegt. Hinter der klassizistischen Tempelfront im ionischen
Stil boten die Säle vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg
mit farbenfrohen Fresken und prachtvollen Stuckierungen einen überwältigenden
Eindruck. Nach der Wiedereröffnung 1972 sind die Strukturen des nur
leicht weiß geschlämmten Ziegelmauerwerks sichtbar.
Ludwig stellte in den wenigen Jahren von 1806 bis zur Eröffnung 1830
eine der glänzendsten Sammlungen antiker Skulpturen zusammen. Mit
seinem Privatvermögen erwarb er über die Kunstagenten Johann
Martin von Wagner und Johann Georg von Dillis bedeutende Stücke der
Sammlung, wie die Medusa Rondanini und vor allem den Barberinischen Faun.
Schließlich gelang 1813 die Ersteigerung der wertvollen Giebelfiguren
vom Aphaia-Tempel in Ägina, der so genannten Ägineten. Weitere
Hauptwerke sind der Münchner Kouros, das Grabrelief der Mnesarete,
Alexander Rondanini und die trunkene Alte.