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1607 geboren, liegen über der Kindheit und Jugend von Paul Gerhardt die Schrecken des 30jährigen
Krieges. Seinen Mitmenschen in ihrem Leid und Elend Trost und Kraft zu geben, lassen ihn zum bedeutendsten
evangelischen Liederdichter nach Martin Luther werden. Wer kennt nicht die Verse:
" Geh aus mein Herz und suche Freud..."
" Nun ruhen alle Wälder..."
" Befiehl Du Deine Wege..." oder
" Oh Haupt voll Blut und Wunden...", jenem Choral, der vor allem durch Johann Sebastian Bachs
Matthäus-Passion bekannt geworden ist.
Er war nicht nur ein begnadeter Liederdichter, sondern auch ein treuer, unbeugsamer Bekenntnischrist:
Paul Gerhardt, denn er ließ sich lieber vertreiben als vom lutherischen Bekenntnis abzulassen.
Er bekannte sich von Herzen zum "Konkordienbuch", d.h. jenem Buch, in dem die Bekenntnisschriften
der evangelisch-lutherischen Kirche zusammengefaßt sind. (Den Namen hat dieses Buch nach der als letzter
entstandenen großen Bekenntnisschrift, der "Konkordienformel - = Formel der Eintracht).
Man konnte ihn nicht zwingen, gegen das Gewissen zu handeln und von diesem Bekenntnis abzulassen.
1669 bot ihm Lübben in der Lausitz die Stelle des Archidiakonus an. So verließ er Kurbrandenburg
und kehrte nach Kursachsen zurück. Noch in Berlin, 1668, hat er seine treue Hausfrau begraben müssen;
von mehreren Kindern war nur ein Sohn übriggeblieben, der ihn überlebt hat. Bis zum Tode am 27. Mai 1676
hat er in dem kleinen, Spreewaldstädtchen gewirkt, still und bescheiden, wie es seinem Wesen entsprach.